FCW Interna, Aktenzeichen §112/13180812


Die Sommerpause ist überstanden, endlich wird auch ausserhalb der Super Sparkassenliga wieder Fussball gespielt. Auch wenn an diesem Wochenende im Pokal noch keine Überraschungen zu erwarten sind, wird am nächsten Wochenende mit dem Start in die neue Spielzeit auch der Start in die schönste Jahreszeit eingeläutet. Doch auch die Sommerpause hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und gestaltete sich in diesem Jahr doch äusserst kurzweilig. Eingeläutet mit der Eishockey Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden, überbrückt mit der Fussball Europameisterschaft in Polen und der Ukraine, abgeschlossen mit der Olympiade in London und Umgebung. Insbesondere der mittlere Teil war im Vergleich zu den vorangegangenen Austragungen eine redliche Wohltat. Da das Endspiel Spanien – Deutschland schon seit mindestens sechs Monaten feststand, brauchte man sich das Gruppengegurke gar nicht anzusehen. Umso grösser war dann die Überraschung im Finale dahoam da draussen, bei dem unsere sympathischen nördlicheren Nachbarn in blau aufliefen, Mario Gomez eine brandneue Frisur präsentierte (einschlägiger Medienberichten zufolge eine Wettschuld vom nächtlichen Nacktkegeln) und das Kapitänchen plötzlich doch eine Spielführerbinde für Erwachsene benötigte.

Wer aber auf einen Sommer wirklich ohne Schweizer Fussball gehofft hatte, wurde gleich mehrfach enttäuscht. Nachdem die Querelen um die Kadernomination endlich als beendet betrachtet werden konnten, fiel die olympische Fussballauswahl nur noch durch noch schlechtere Neuigkeiten auf. Berichten zufolge spielte sie noch erfolgloser als erwartet (gesehen hat’s niemand!) und als ob das noch nicht genug wäre, konnte sie dies nicht in aller Ruhe tun, sondern sorgte dabei noch für einen handfesten Olympiaskandal! Ein angeblicher Angehöriger der Schweizer Fussball Delegation, wurde vorzeitig aus dem Dienst entlassen, was landläufig zwar als Strafe betrachtet wurde, aber allen Beteiligten als Erlösung vorkam. Welche Funktion der junge Mann innehatte ist ebenso wenig bekannt wie sein Name, der zuvor noch niemand gehört hatte, bis auf Wikipedia, das dem Schweizer mit Frisurproblemen ganze 14 Zeilen widmet. Der Grund für dessen Abreise hat sich dem Schreibenden trotz intensivem Studium des Beweismaterials noch nicht ganz erschlossen, die Vermutung wurde aber mehrfach geäussert, dass der Schweizer ein staatlich nicht genehmigtes Liebesverhältnis mit einer deutschen Ruderin geführt haben muss, die darauf ebenfalls zurück auf den Kontinent reiste. Oder mit Francine Jordi. Natürlich ist dies inakzeptabel, zumindest am Abend vor dem Spiel.

Der Abend vor dem Spiel ist auch in den hiesigen Breitengraden für die grösste Sorgenfalte verantwortlich, zumal die Spielzeit in der regionalen zweiten Liga an diesem Wochenende startet, das traditionsgemäss mit einem Stadtfest eingeläutet wird. Die Saisonziele der verschiedenen Stadtmannschaften wurde bereits in den Printmedien ausführlich diskutiert, die an dieser Stelle mit Internas ergänzt werden sollten, um Missverständnissen vorzubeugen. Während der Schwarz-Weisse Präsident auf eine hungrige Mannschaft hofft, fürchtet sich der Trainer (oder „el mister“, wie er gerne genannt wird) vor einer eher durstigen Mannschaft. Dieser Umstand erklärt die Einführung einer Nachtruhe, die schweizweit oder zumindest stadtweit rigoros kontrolliert wird. „Das Führen dieser Mannschaft entwickelte sich in den letzten Jahren immer mehr zur Aufsicht über einen Formationstanz charakterlicher Defizite“, lautet die offizielle Begründung für die Massnahme, die sich tatsächlich als Notwendigkeit erweist, zumindest in Anbetracht der vergangenen Monate. So ist dann auch die Verlautbarung der internen Ziele für die kommende Spielzeit keine Überraschung. Nach langer Diskussion, angefangen bei „ZIEL: Top 4“, musste man schnell erkennen, das dies Illusion ist. „Wenn die anderen Mannschaft nicht allzu viel falsch machen, werden wir uns den Abstiegskampf auch in diesem Jahr nicht entgehen lassen“, lässt sich der Neokapitän zitieren, der mit dieser Aussage aber doch lieber anonym bleiben möchte. Für eine spannende Saison ist also gesorgt, die Vorbereitung wurde absolviert, einen Ernstkampf im Cup mit Zusatzschlaufe über die Verlängerung bildete am letzten Wochenende den Abschluss. Man darf auf das Abschneiden der jungen Winkler Kampfmannschaft also gespannt sein. Mindestens so gespannt wie auf die personelle Besetzung der legendärsten Matchbar (in den Hauptrollen: das freizügigste Stöckelwild der Ostschweiz und fachkundige Fussballexperten jeden Alters und Zustandes) der Liga im Verlaufe der Saison.

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Blinder Pass, Aktenzeichen §23080612


Vielen Dank dem Säbelbein (hier mehr davon) für den Aufwand, den er nicht gescheut hat und den grossen Einsatz, den er und sein Fahrrad auf sich genommen haben. Wie man leicht erkennen kann, sind die kommenden Tage und Wochen mit einer gewissen Spannung zu erwarten, ein idealer Nährboden für Spekulationen, Gerüchte und grosse Überraschungen!

Einiges ist passiert in den letzten Wochen. An vielen Orten wurde Fussball gespielt. An einigen (wichtigen) Orten in Gebieten der EU-Osterweiterung wurde immer noch nicht Fussball gespielt. Das populäre Tichu-Turnier in der Ostschweiz geht in die nächste Runde. Die Ferien kommen immer näher. Und die Entscheidung im hiesigen Regionalsport kommt immer näher. Viele Dinge beschäftigen mich in den letzten Tagen. Viele Fragen sind aufgetaucht, nur wenige Antworten dazu konnte ich finden. Vielleicht kann mir ja jemand helfen:

1. Wie nass wäre ich geworden, wenn ich gestern noch mit dem Fahrrad nach Hause gefahren wäre?

2. Wie kommt mein Fahrrad nun zu mir nach Hause?

3. Wer, nebst Gastgeber Polen, ist denn noch in der Gruppe A?

4. Ist denn jetzt der zweite Platz der Deutschen an der EM schon 100%-ig?

5. Schreibt Philipp Lahm nach der EM sein nächstes literarisches Werk? (Titel: „Ohne Titel“)

6. Wird Schlieri den Engadiner Skimarathon nächstes Jahr in Angriff nehmen?

7. Wer steigt denn nun schlussendlich wirklich in die 3. Liga ab?

8. Wie hoch stehen die Chancen, dass der FC Winkeln noch aufsteigen kann

9. Findet das Kinderfest noch vor dem 1. Juni statt?

10. Werden die San Diego Padres in diesem Inning punkten? (Sie spielen gerade gegen die San Francisco Giants und haben die ‚Basen gefüllt’.)

11. Wird Thabo Sefolosha der erste Schweizer NBA-Champion?

12. Wer wird Spieler des Jahres?

13. Wer wird Europameister?

14. Und noch wichtiger: Wer gewinnt die ‚4. Offizielle St. Galler Tichu-Meisterschaft’?

15. Wenn trifft es beim Tichu-Turnier als Spielpartner von Holger?

16. Kann Hägi seinen Tichufanten-Titel auch ohne Kargel verteidigen?

17. Werden die Spieler des FCW auch alle rechtzeitig im Bett sein?

18. Wird Torwächter Müller im nächsten Spiel wieder so viel sprechen?

19. Wird die Expertenrunde des FC Winkeln bei der nächsten Siegesfeier wieder etwas auszusetzen haben?

20. Kommt der graue 5-Liter-Kübel wieder ins Spiel?

21. Gibt es wirklich keine Tickets mehr fürs Openair?

22. Wird der Trikotzupfer sein Studium auf 50% reduzieren, damit er wieder mehr Zeit für seinen Blog hat?

23. Ist es wirklich möglich, dass die San Diego Padres so schwach sind? (Definitiv)

24. Welches wird die gefährlichere Reise? Die Abschlussreise nach München oder die Ferien in Südostasien?

25. Bekommen wir auch wirklich ein Visum für Vietnam?

26. Bekommen wir in München auch wirklich ein Hotel?

27. Müssen wir womöglich noch das Hotel Condor nehmen?

28. Was ist das kleinere Übel? EM-Spiele im Schweizer oder im Deutschen Fernsehen?

29. Wie weit wird der Biervorrat von meinem Geburtstag reichen?

30. Wie spricht man denn nun Lwiw (EM-Austragungsort) aus?

31. Gewinnt Federer die restlichen Grand Slams des Jahres?

32. Könnten die Rapperswiler Gavric-Brüder auch noch für Winkelns dritte Mannschaft antreten?

33. Ist unser Fernseher genügend gross für die EM-Spiele?

34. Wird Sonntag um 17.00 Uhr die neue Standard-Anspielzeit für den FC Winkeln?

35. Werden die Ex-Winkler Rohner und Gavrilovic ihren Ausstand mit einem Eigentor begleichen?

Man darf gespannt sein auf die kommenden Tage und Wochen. Welche Fragen können in kurz- bis mittelfristiger Zukunft beantwortet werden? Und welche Fragestellungen werden auf Lebzeiten ein Rätsel bleiben?

 

Blinder Pass, Aktenzeichen §22240512


Für einmal ein objektiver Spielbericht zum Spiel des FC Winkeln auswärts gegen den FC Uzwil vom vergangenen Wochenende. Der verletzte Mittelfeldbomber fand neben schmerzbetäubenden Massnahmen noch Zeit, um sich Notizen vom Geschehen zu machen und so kommt der Leser in den Genuss seiner scharfen Beobachtungsgabe und seiner zuweilen äusserst spitzen Feder. Vielen Dank für den generösen Einsatz sowohl am Spielfeld als auch in der Nachbearbeitung.

Matchbericht eines neutralen Zuschauers:

Als der Schiedsrichter die Partie angepfiffen hatte, begann unsere Schwarz-Weisse U21 [Durchschnittsalter lag bei gut 20 Jahren; Anm. d. Red.] stark. In den ersten 10 Minuten konnte man doch schon die eine oder andere gefährliche Kombination sehen. Danach jedoch verlagerte sich das Geschehen zunehmend in die Winkler Platzhälfte und man hatte Glück, dass der Gegner die „1000-prozentigen“ Chancen ausgelassen hatte. Als wir draussen gerade mit dem „gefühlten sechsten Bier“ angestossen hatten, lag der Ball auf einmal im Netz. Unser „El Capitano“ hatte mit einem sehenswerten Volley das Skore der Partie eröffnet. Nach der Pause musste man mit ansehen, wie sich unsere „eigentlich intelligente Elf“ selber schlug. Ein unnötig verschuldeter Elfmeter sowie ein blödes Unterlaufen des Balles (die Namen beider Akteure der Redaktion bekannt) änderten das Resultat zu Ungunsten unseres Teams. Der Schlusspunkt zur 3:1 Niederlage wurde durch einen schönen Freistosstreffer gesetzt. In der gesamten Partie fehlte irgendwie der unbedingte Wille, einen Sieg zu landen, und auch der Einsatz, welcher gegen Wängi hervorragend war, liess in der zweiten Halbzeit ein wenig zu wünschen übrig.

Als positiv anzusehen ist die Tatsache, dass die beiden Spieler der A-Junioren Adrian  Zollet und Simon Hofstetter einen sehr guten Job gemacht haben und uns beide, im Hinblick auf die nahe Zukunft, noch viel Freude bereiten werden.

Zur wegweisenden Partie vom Samstag gegen Tägerwilen ist nur so viel zu sagen, dass unsere Kampfmannschaft (wie sie von vielen genannt wird) endlich wieder einmal das Feuer, welches gegen Wängi gezeigt wurde, auf das Feld bringen soll. Denn am Samstag zählen nur drei Punkte, alles andere wie z.B. das Aussehen oder wer wann zuletzt online gewesen ist, ist unwichtig!

 

An dieser Stelle sei gesagt, dass sich der Inhaber der Seite in aller Form vom doch recht diskutablen Inhalt des Beitrags distanziert. Beschuldigungen wegen Diffamierung und Provokation werden dem Autor weitergeleitet.

FCW Interna, Aktenzeichen §21170512


Am vergangenen Donnerstag duellierte sich der FC Winkeln aus St. Gallen mit dem Thurgauer FC Wängi. Dieses Duell hat sich im Verlauf der letzten Spielzeiten zu einem wahren Klassiker dieser Liga entwickelt. So war es dann auch keine riesengrosse Überraschung, dass beide Mannschaften den Sieg anstrebten. Aufgrund dieser Tatsache entwickelte sich ein abwechslungsreiches und intensives Spiel. Die Westsanktgaller hatten in der ersten Hälfte des Spiels mehr Ballbesitz und versuchten sich im gepflegten Spielaufbau. Die Gäste ihrerseits warteten geduldig auf Konterchancen, die sie dann mit viel Tempo immer wieder gefährlich vorzeigten. Einige dieser schnellen Gegenstösse führten zu ziemlicher Verwirrung vor dem Tor des gut aussehenden Simon Staub, doch die Hintermannschaft der Gastgeber gab sich keine Blösse und klärte die Situationen jeweils mit Bravur (oder war es doch ein Strafstoss?). Die Überlegenheit im Ballbesitz für die Hauptstädter führte zu einigen sauber vorgetragenen Angriffen über die Seiten, die doch von Zeit zu Zeit zu einiger Torgefahr führte. Das zentrale Mittelfeld mit Kapitän Kargel und Psycho Inauen stand defensiv stabil und verteilte die Bälle gekonnt. So war es dann auch eine seitlich Hereingabe Roellis, der die Kugel nach glänzender Defensivarbeit im Zentrum des Feldes erhielt, die den Führungstreffer einleitete. Ein gewonnenes Dribbling auf der Flanke verschaffte ihm den nötigen Platz für einen weiten hereingedrehten Ball. Der Flankenball wurde lang und verkam so zur idealen Vorlage für den Flügelblitz auf der anderen Seite. Dieser vermochte nach getaner Defensivarbeit mit Ballgewinn aufgrund von konditionellen Defiziten (hinkt seiner Höchstform seit März deutlich hinterher) nicht mehr auf die Seite zu laufen und stand so goldrichtig für die Roelli’sche Massflanke. Da des Flügelstürmers Technik für eine Direktabnahme nicht ausreicht, versuchte er es mit der Ballannahme, die jedoch ebenso missriet. Der clevere Schumacher wartete also nicht nur auf die Fehler von Feind, sondern auch von Freund und verwandelte den Stockfehler in eine mustergültige Vorlage zu seinem 1:0. Die Schwarz-Weissen brachten den Vorsprung ohne Probleme in die Pause.
Nach dem Seiten- und dem Schuhwechsel (das Terrain wurde langsam feucht) liess die Qualität des Spiels aufgrund des enormen Laufaufwandes der ersten Hälfte allmählich nach, was aber der Spannung keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, es war ein munteres hin und her gepaart mit einer guten Portion Aggressivität. Klare Torchancen konnten allerdings kaum mehr erarbeitet werden, beide Abwehrreihen hatten die jeweiligen Gegenspieler relativ gut im Griff. Diesem eher lockeren Griff entwich jedoch der Thurgauer Kapitän Angst nach einem stehenden Ball und konnte unbehelligt zum Ausgleich einköpfen. Diese Standardsituation resultierte aus einer unnötig hektischen Phase des Spiels, die vom selbsternannten Panterjäger (der Panter hat allerdings gewonnen, nur dies erklärt seine dick eingegipste Hand) verkleidet als Thurgauer Stürmer und vom Unparteiischen aus dem Kanton Zürich vorangetrieben und provoziert wurde. In der Folge vermochten die Winkler nicht mehr erfolgreich zu reagieren und konnten trotz grossem Einsatz und unermüdlichem Bemühen keine zwingende Torchance mehr erarbeiten.
Trotz den verlorenen zwei Punkten war es erfreulich einen bis zum Umfallen kämpfenden FC Winkeln auch auf heimischem Terrain und vor einer für einen Donnerstag Abend doch recht ansehnlichen Kulisse zu sehen.

FCW Interna, Aktenzeichen §20090512


Nachdem der Trikotzupfer der letzten Woche das Geschehen vom vorletzten Wochenende ziemlich treffend wiedergab (Totalausfall) schickten sich die Schwarz-Weissen am vergangenen Wochenende an, Wiedergutmachung zu leisten. Dies gelang zum Teil. Nach der umständlichen Anreise in den Thurgau taten sich die Stadtsanktgaller zu Beginn schwer. Die erste Halbzeit erinnerte noch stark an den desolaten Auftritt gegen Wattwil vor Wochenfrist. Man liess den Gegner ohne Gegenwehr sein Spiel aufbauen und im Gegenzug brachte man kaum Passstaffeten über mehr als zwei Stationen zu Stande. Die Gäste machten den Eindruck scheinbarer Ohnmacht zur Reaktion und liessen die Angriffe der Amriswiler über sich ergehen ohne sich wirklich zur Wehr zu setzen. Vor allem die Standardsituationen machten dies deutlich. Die Gastgeber waren präsenter und zeigten den grösseren Willen an den Ball zu kommen. So war die Pausenführung der Thurgauer mit 3:1 ein deutliches, aber nicht minder verdientes Verdikt. Zu den zwei Treffern nach Eckstössen kam ein Tor nach Fehlverhalten verschiedenster Art im und am eigenen Sechzehnerraum, sowie ein glücklicher Treffer Roellis um das Skore zu komplettieren.
Die Pausenansprache des Trainerduos oder wohl viel eher der köstliche Eistee zeigten ihre Wirkung nach dem Seitenwechsel. Die Gallusstädter agierten mit deutlich mehr Elan und legten eine im Vergleich zum ersten Durchgang beeindruckende Präsenz in den Zweikämpfen und im gesamten Defensivverhalten an den Tag. Die Gastgeber kamen dadurch nur noch selten zu einem kontrollierten Spielaufbau, was zu einem abwechslungsreicheren Duell führte. Das Resultat hätte demnach auch ausgeglichener ausfallen können. Doch das nötige Glück hatte traditionsgemäss der Tabellenführer und nicht der in tieferen tabellarischen Gefilden dahindümpelnde FC Winkeln. Dazu kam, dass der in der Ostschweiz mittlerweile nicht mehr unbekannte Herr Cadusch und seine fahnenschwenkenden Gehilfen nicht ihren allerbesten Tag einzogen. Mit klarem Blick und etwas weniger Pech an Koblers Stiefeln hätte es nach gut einer Stunde 3:3 stehen können und die Winkler Aufholjagd wäre belohnt worden. Doch es kam, wie es in solchen Situation schon fast immer gekommen ist. Die Angriffsbemühungen der Ostschweizer trugen keine Früchte und im Gegenzug verwerteten die Thurgauer ihren Gegenangriff kurz vor Ablauf der Spielzeit. Nach einem Materialtest (Stollen vs. Schienbein (-schützer)) bekamen die Gastgeber einen diskutablen Freistoss zugesprochen. Der Thurgauer Freistossschütze traf das Leder nicht wunschgemäss, doch aus der missglückten Flankenhereingabe wurde eine regelrechte, ungerechte Bedrohung für die krampfgeplagten Winkler Abwehrreihen, die sich ergaben und sogar noch nachhalfen, die Kugel ins eigene Netz zu befördern. Tormann Staub bedankte sich beim designierten Torschützen artig, bevor das Geschehen auf dem Grün durch die Pfeife Caduschs ein Ende fand und den Animositäten zwischen den Kantonen freien Lauf gelassen wurde. Der Hobby DJ in den Katakomben der Amriswiler Ballsport- und Athletikarena gab sein bestes, um das Wohl der Gäste zu maximieren und das Heimweh zu minimieren. Obwohl den Gästen einige Punkte wohl lieber gewesen wären, wurde die Thurgauer Sonne und der sanktgallische Gerstensaft dennoch einige Augenblicke genossen, bevor es zurück in den Osten ging.
Trotz dem deutlichen Resultat, lässt das Gezeigte für das kommende Spiel insofern hoffen, als dass womöglich erneut so begonnen werden wird, wie es im vorangegangenen Spiel zu Ende ging. Und zwar nicht (primär) mit Bier, Musik und Schnitzelbrot, sondern mit kampfbereitschaft und Elan.

FCW Interna, Aktenzeichen §19260412


Die Kampfmannschaft der Schwarz-Weissen aus dem Gründenmoos hatte am vergangenen Sonntag Abend um notabene 17 Uhr auf dem Joner Grünfeld gegen die Reserven des FC Rapperswil-Jonas anzutreten. Das Spiel gegen die Reserven der Erstligisten fiel den Winklern leichter als zuletzt gegen die Reserven der Dosenbach Liga. Trotz einigen Fehlzuspielen zu Beginn der Partie, die getrost dem starken Seewind zu Lasten gelegt werden können. Trotz dieser Schwierigkeiten in der Startphase verloren die Hauptstädter ihr Selbstvertrauen nicht und hielten hinten dicht, obwohl die jungen Rosenstädter mit Rückenwind zu einigen Abschlussmöglichkeiten kamen. Die Westsanktgaller hatten Mühe im Spielaufbau und so war es keine grosse Überraschung, dass das 0:1 durch eine Standardsituation fiel. Ein optimal getretener Eckstoss von Roelli fiel dem Tiefpreisschuhladenliga erfahrenen Inauen, der trotz seiner Körpergrösse scheinbar vergessen ging, an den eckigen Schädel und die Kugel fand den Weg ins Tor der Seestädter. In der Folge brachten die Ostschweizer mit dem Ostschweizer Dialekt mehr Ruhe ins Aufbauspiel, wobei noch immer keine deutliche Überlegenheit auszumachen war. Die Defensive als erste Station der Angriffsauslösung besann sich auf die Tugenden (oder besser der einen Tugend) des Ersatz Coaches Rauschi, der an diesem Sonnabend Fischli vertrat. Dies bedeutet, dass häufig mit langen Bällen operiert wurde, die nicht immer zwingend als kontrolliert bezeichnet werden konnten. Doch „Teamsenior“ Roger Fux Kobler brachte sich immer wieder in aussichtsreiche Positionen und bereitete den Rapperswilern so immer wieder Kopfzerbrechen. Bei einem dieser langen Bälle brachte er seinen Gegenspieler aus dem Tritt und konnte ihm so entwischen. Gekonnt liess der auch den Tormann aussteigen und schob zum 0:2 für die Hauptstädter ein. Die Winkler zeigten in dieser Phase des Spiels vor allem Kampfgeist und boten den jungen Gastgebern in jedem Zweikampf Paroli. Der aufopfernde Kampf zahlte sich aus, nach einem Vorstoss über die rechte Flanke mit Allrounder Hägi kam der Ball in die Mitte zu Kobler. Nach einer unübersichtlichen Aktion, in der sich der Routinier gegen zahlreiche Antipoden behauptete, kam die Kugel zum clever hereingerückten Roelli, der sich durchsetzte und das Leder auf kuriose Weise ins Gehäuse beförderte. Kurz darauf fiel der Pfiff vom Unparteiischen Imfeld, der die Pause einleiten sollte. Der Pausentee machte den sonnabendlichen Aufenthalt auf dieser Seite der Churfirsten nicht unbedingt erträglicher.
Nach dem Seitenwechsel liessen die Winkler kaum noch etwas anbrennen. Sie kontrollierten das Mittelfeld über weite Strecken trotz phasenweiser Unterzahl. Die Unerfahrenheit der Gastgeber machte sich bemerkbar, es gelangen kaum erfolgsversprechende Angriffe, obwohl die Winkler nicht ihr ganzes Können abriefen und das Spiel nicht immer überzeugend im Griff hatten. Die Konterangriffe der St. Galler führten zu den weit gefährlicheren Torchancen, doch wussten die Angreifer und vereinzelt auch die aufgerückten Raubeine aus der Abwehr keine zu verwerten. Ein abgefälschter Schuss vom langen Pizzeria Verein Stürmer überraschte dann Schlussmann Staub doch noch und beschmutzte so seine bis zu jenem Zeitpunkt reine Weste. Der A-Junior, der an diesem Sonntag Zeit und Motivation fand, um seine Premiere in der Kampfmannschaft zu feiern, zeigte eine tadellose Leistung und drängte sich damit für weitere Einsätze auf. Das 1:3 hatte bis zum Ablauf der Spielzeit Bestand und bescherte den Gästen aus dem Westen der Hauptstadt drei wichtige Punkte, um sich weiter von den abstiegsgefährdeten Positionen zu distanzieren. Die Reserve der Seestädter hingegen befindet sich weiterhin tief im Abstiegskampf.
Obwohl renommierte Experten für den Regionalen Fussball die Situation für den FC Winkeln als ungefährdet und sicher betrachten, gilt es für die Schwarz-Weissen nun am kommenden Wochenende alles daran zu setzen, endlich wieder einen Heimerfolg zu erreichen und so die positiven Auftritte der vergangenen Wochen mit Punkten im Gründenmoos zu belohnen. Eine letzte Nachricht lässt die Bratwursttouristen, hungrigen Groundhopper und Umweltaktivisten aufatmen: Das Grau(h?)tier wird nach neusten Angaben nicht für die Keleopatra verantwortlich sein.

FCW Interna, Aktenzeichen §18170412


Doppelpass

Die Rückrunde der Fussballmeisterschaft der Spielzeit 2011/2012 läuft auf professioneller Ebene schon seit langer Zeit und nun seit wenigen Wochen auch auf regionaler Amateurebene. Der Trikotzupfer ist also schon mächtig im Verzug und deshalb ein kurzes Update über die Ereignisse der vergangenen Tage.

Was bisher geschah: Die Borussia aus Dortmund wurde erneut Deutscher Fussballmeister. Bayern München entledigte sich der lästigen Dreifachbelastung und gab die Jagd auf die Meisterschale vorzeitig auf. Arjen Robben wurde zum Dortmunder Ehrenbürger gewählt. Der FC Basel wurde Schweizer Fussballmeister. Alain Sutter kann sich wieder voll auf seine Moderatoren- und Expertenkarriere konzentrieren. Der FC St. Gallen konnte den Ulrich endlich von der Gehaltsliste streichen. Die OFFA fand statt. Die OFFA ging zu Ende. Der Schlittschuhclub aus Zürich wurde Schweizer Eishockeymeister. Fabian Cancellara stürzte bei der Flandernrundfahrt. Fabian Cancellara verpasste die Hölle des Nordens (Paris – Roubaix). Gregory Rast wurde in Barcelona beinahe ausgeraubt. Der FC Sion ist im Schweizer Cup doch nicht unbesiegbar. Der FC Winkeln ist während der OFFA (Stadtfest) doch besiegbar.

Nach diesem gelungenen Übergang rückt die Kampfmannschaft des FC Winkeln in den Mittelpunkt. In der Winterpause wurde fleissig Abstand vom Zweitligaalltag gewonnen. Wintersportorte im ganzen Alpengebiet freuten sich ob des Besuches einzelner Mitgliedern des westlichsten Vereins der Kantonshaupstadt. Sogar in der eher exotischen Wintersportart Langlauf aus dem nordischen Bereich versuchten sich sieben Waghalsige von den Schwarz-Weissen (in der Folge nur noch „die glorreichen 7“ genannt) und zwar im Engadin, genauer am Engadin Skimarathon. Erstaunlicherweise blieben dabei alle Teilnehmer grösstenteils unversehrt und klagen heute kaum noch über Nachwirkungen. Sogar der Aspirant (in der Folge nur noch „Mirco S. aus G.“ genannt) für die Aufnahme in die Reihen der Glorreichen, die allerdings an formalen Kriterien scheiterte, wurde in den letzten Tagen wieder munter gesichtet. Zum weiteren Programm der Vorbereitung für die Rückrunde zählte das obligate Trainingslager im Südtirol. Für vier Tage reiste eine Winkler Fahrgemeinschaft rund um das Grautier ohne H nach Italien, wo vor allem gespiesen wurde. Dazwischen wurde getrunken, gespielt, gegrunzt, getrunken, gesungen, bestellt und natürlich auch alles bezahlt. Mit 46 Trainingseinheiten und deutlich mehr Kilogramm weniger im Kader startete also das Fanionteam der Gallusstädter in die Rückrunde. Die HR Abteilung gab die Mutationen im personellen Bereich schon in der örtlichen Presse bekannt, die Fluktuationsrate ist leicht angestiegen. Die für den interessierten Leser vielleicht wichtigste Veränderung im Kader blieb allerdings von den Medien bisher unbemerkt: Anstelle von Gramos K. versucht nun Guschti B. den Schwarz-Weissen mit seiner aufopfernden Spielweise auf dem Weg zum Ziel bestmöglich zu helfen. Die Ziele für die Rückrunde sind wie immer mannigfaltig, einige reden permanent vom Abstieg, andere glauben noch an den Aufstieg und wieder andere orientieren sich an weniger Messbarem. Denn aus den Jahrbüchern des FCW, die seit 1930 sauber geführt werden, ist leicht zu erkennen, dass in diesem Teil der Stadt vor allem Werte wie Sympathie, Aussehen und Bier- und Wurstpreise zu den wichtigen zählen.

Wie dem auch sei, mit dem vorhandenen Personal musste in die Rückrunde gestartet werden. Zum Auftakt war man in Weinfelden zu Gast, beim Aufsteiger aus der dritten Liga. Wie schon in der Hinrunde wurde ein hartes Stück Arbeit erwartet. So kam es dann auch: Der FC Winkeln zeigte sich aber kampfbereiter als noch vor Halbjahresfrist und versuchte mit allen Mitteln einen wichtigen Punkt oder im besten Fall dasselbe im Plural mit nach St. Gallen zu nehmen. Trotz früher Führung für die Mostindianer steckte die Hörler/Fischli Truppe den Kopf weder in die Tartarbahn, noch in den Weitsprungsand und schon gar nicht in irgendeinen von jeder Seele verlassenen Kunstrasen, sondern bewies Moral und schaffte den Anschluss durch den Neuzugang Inauen, der sich, schneller als vorhergesagt, erholt hatte und bereits im Schwarz-Weissen Hemd auflaufen konnte. Er fasste sich ein Herz und bewies Übersicht im Gewühl nach einem der brandgefährlichen Hägi-Corner. Inauen versuchte den eigentlich unersetzbaren Grünenfelder zu vertreten und tat dies zur allgemeinen Zufriedenheit, dem auch die Nummer Zehn selbst beipflichtete. Im Anschluss an den Ausgleich liess der FC Winkeln erkennen, dass er schon einige Spielzeiten mehr in der Zweiten Liga absolviert hatte. Müller hielt sein Tor sauber und Routinier Kobler auf der anderen Seite erarbeitete Chancen und liess die gegnerische Defensive mit dem Sauerstoff kämpfen. Nach dem Motto „du bist gut drauf, ich bin gut drunter“ legte sich die 15 öfters aufs Grün und der Lohn dafür war ein Elfmeter. Auch der A-Junior Hofstetter, der den Gossauer Blitz kurze Zeit später ersetzen durfte, profitierte von seiner läuferischen Vorarbeit und konnte die 1:2 Führung erzielen. Hofstetter half auch mit, den abwesenden Camur zu ersetzen, der sich momentan in einem Austauschsemester in östlicheren Gefilden befindet.

Der Rückrundenauftakt erfolgte also wunschgemäss, weniger nach Plan verlief dann aber die Heimspielpremiere im Jahr 2012. Zu Gast war das Reserveteam des FC Wil. Die Wiler liessen die sagenhafte Stadtfesttagsunbesiegbarkeitsserie ein Ende finden. Unter den Augen und somit unter Druck des zahlreich angereisten Publikums begann die Heimmannschaft erstaunlich nervös und kam einmal mehr schon früh in Rücklage. Rücklage hatte auch der Wiler Reservist bei seinem Schuss, doch die Distanz war gross genug, damit sich das Kunstleder noch hinter, bzw. neben Müller senkte und die Maschen an der Rückseite des Aluminiumgehäuses fand. Wieder zeigten die St. Galler eine prompte Reaktion: Schumacher vermochte von der guten Vorarbeit Koblers zu profitieren und glich zum zwischenzeitlichen 1:1 aus. In der Folge verpasste es das Heimteam aber eine Führung herzustellen und so ging es ausgeglichen in die Katakomben des Sportparkes. Der gemütliche Teeplausch verfehlte seine Wirkung nicht und beruhigte die Nerven der St. Galler sichtlich. Man liess den Gegner sogar im eigenen Fünfmeterareal gewähren und kassierte in der Startminute des zweiten Umgangs prompt den 1:2 Gegentreffer. Nur wenige Herzschrittmacher Rhythmen später erwischte eine fiese Windbö das runde Spielgerät und beförderte es ins Tor der Gastgeber. So schnell war die Überlegenheit weg und die Winkler mussten einem Zweitorerückstand nachlaufen. Obwohl dies mit viel Herzblut geschah, resultierte nichts Zählbares. Die Gäste wussten den Vorsprung über die Zeit zu retten und gingen nach 90 Spielminuten als Sieger vom Platz. Schwerer als der Verlust der drei Punkte wiegt aber der Ausfall von Tormann Müller, der sich bei einem Scherenschnitt der höchsten Schwierigkeitsstufe schwer an der Hand verletzte. Obwohl die Operation dem Vernehmen nach erfolgreich ablief, ist sein vorzeitiges Saisonende wohl kaum zu verhindern. Es wird eine schnelle und gute Genesung gewünscht.

Für das kommende Wochenende gilt es nun, einen valablen Ersatz im Tor zu finden und wieder auf die Siegesstrasse zurückzukehren. Den Sonntagabend in Rapperswil mit drei Punkten zu vergüten, wäre enorm hilfreich zur Vergrösserung der Differenz auf die abstiegsbedrohten Ränge.

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